Grundsätze des Förderverfahrens

Dass eine katholische Diözese caritative Träger bei der Gestaltung und Pflege von Seelsorge und christlich-spiritueller Profilpflege in so großem Umfang unterstützt, ist theologisch und konzeptionell ein bedeutender Schritt. Über die rein finanzielle Unterstützung hinaus zeigt sich darin auch eine neue Art des Wahrnehmens, Wertschätzens und des kritischen Dialogs. Die Art und Weise, wie das Förderverfahren inhaltlich und konzeptionell aufgestellt wird, spielt vor diesem Hintergrund eine besondere Rolle. Einige wichtige Weichenstellungen des Förderverfahrens sind:

Förderung des christlichen/kirchlichen/katholischen Profils

Bewusst wird in den Förderrichtlinien die Formulierung "christliches / kirchliches / katholisches Profil" verwendet. Diese Trias hat zum einen die unterschiedlichen Realitäten der Träger vor Augen. Ein caritativer Träger in einer multireligiösen Großstadt wird zu tun haben, sein christliches Profil zu bilden und zu stärken, ein Träger in einer christlich homogenen Gegend wird vielleicht eher konfessionelle Aspekte in den Blick nehmen. Letztlich aber sind die drei Begriffe christlich / kirchlich / katholisch gar keine sich ausschließenden Alternativen, zwischen denen man sich entscheiden müsste. Was das christliche Profil stärkt, kann das kirchliche oder katholische Profil nicht schwächen und umgekehrt.

Förderung auf konzeptioneller Grundlage

Bedingung für die Förderung ist, dass der Antragsteller über eine ausreichende konzeptionelle Grundlage verfügt. Die Konzeption stellt das Seelsorgeverständnis und die Anstrengungen des Trägers dar, sein christliches / kirchliches Profil auszubilden und zu pflegen. Und es legt dar, wie sich die zu fördernde Maßnahme in die Konzeption einpasst und zur Profilstärkung beiträgt. Das Konzept soll dabei einen Gesamteindruck vermitteln, Vollständigkeit war nicht angestrebt.

Die Entscheidung für eine Konzeption als Fördervoraussetzungen setzt ein Gegengewicht gegen eine punktuelle Förderlogik, die relativ isoliert verschiedene Maßnahmen- oder Projekte unterstützt. Im Mittelpunkt dieser Förderung stehen die jeweiligen "Strategien" der caritativen Unternehmen und Einrichtungen, Seelsorge und ein christlich-spirituelles Profil zu gestalten und zu pflegen. D.h. es kommt nicht so sehr auf die einzelne Maßnahme an, als viel mehr auf die Gesamtkonzeption, in der diese Maßnahme eine – darstellbare – Rolle spielt.

Den je eigenen spirituellen Linien der Trägers wird Respekt entgegengebracht. Es gibt keine enge inhaltliche Vorgabe, die der Antragsteller "treffen" muss. Wichtiger ist die innere Schlüssigkeit und die Passung in die jeweiligen Gegebenheiten. M.a.W.: Es wird davon ausgegangen, dass es nicht "das" christliche / kirchliche / katholische Profil gibt, sondern dass sich ein solches in einer Vielfalt "spiritueller Dialekte" (Fulbert Steffensky) ausdrücken kann.
Verfügt ein Antragsteller noch nicht über eine konzeptionelle Grundlage, ist auch die Entwicklung einer solchen förderfähig.

Förderung konkreter Maßnahmen

Vergeben werden keine Pauschalsummen, sondern es werden konkrete Maßnahmen und / oder Personalstellen gefördert. Deshalb ist es wichtig, diese Maßnahmen im Förderantrag zu beschreiben und in die jeweilige Konzeption einzuordnen. Dabei gilt: je komplexer eine Maßnahme (z.B. eine Veranstaltung) ist, desto differenzierter sollte auch die Beschreibung sein. 
Der Focus auf konkrete Maßnahmen dient nicht zuletzt dazu, einen differenzierten Einblick in die vielfältigen Aktivitäten zu Seelsorge und christlich-spiritueller Profilbildung bei caritativen Einrichtungen und Unternehmen zu erhalten und dadurch voneinander zu lernen.

Neu im Verfahren 2019/2020 ist die Möglichkeit, die Förderung bestimmter Stellen(anteile) und Strukturmaßnahmen in eine Strukturförderung überzuführen, die den Antragstellern eine längerfristige Planungssicherheit bietet. Die Förderzusage gilt in diesem Fall – vorbehaltlich der entsprechenden Freigabe von Finanzmitteln durch den Diözesanrat - solange sich die Grundlage, die zur Bewilligung geführt hat (Antrag), nicht substantiell verändert. Für die der Strukturförderung zugeordneten Maßnahmen ist eine erneute Antragstellung nicht erforderlich. Es genügt die Angabe der entsprechende Datengrundlage (z.B. aktuelle Bruttopersonalkosten) im Abschlussbericht.
Die Zuordnung einer förderwürdigen Maßnahme zur Einzel- oder Strukturförderung erfolgt im Zuge des Bewertungsverfahrens und wird im Bewilligungsbescheid benannt.