Caritasspezifische Berufsbildung

Heute Verantwortung für morgen zu übernehmen, ist eine Selbstverständlichkeit für alle Verantwortlichen in der sozial-karitativen Berufsbildung. Immer galt es, die Lebenswelt der jungen Menschen, Anstöße aus Theorieund Praxis der Berufe und gesetzliche Veränderungen zu adaptieren.

Die Dynamik in der Landschaft der Sozialberufe bringt heutzutage eine Reihe von Herausforderungen mit sich, die Entscheidungen erforderlich machen und die Zusammenarbeit vieler Akteure auf den unterschiedlichen Ebenen notwendig macht. Die Veränderungen der europäischen, nationalen und regionalen Rahmenbedingungen sind dabei nur ein Teil der Herausforderungen, wenn auch ein prägnanter Teil. Gleichzeitig stehen katholische Ausbildungsträger vor spezifischen Profilfragen eines missionarisch-diakonischen Auftrags in der Ortskirche von Rottenburg- Stuttgart. Für die karitativen Träger in der Diözese sind diese Entwicklungen von großer Bedeutung. Sie brauchen kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um eine bedarfsgerechte und qualitative Arbeit in der Diözese zu erhalten und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum diakonischen Profil in der Diözese und sind aktiver Teil der missionarischen Kirche.

Die Diözesanleitung nahm diese vielfältigen Hinweise zum Anlass, im Rahmen ihrer Pastoralen Prioritäten 2011–2012 ein „Projekt zur strategischen Aufstellung, Sicherung und Weiterentwicklung der caritasspezifischen Berufsbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ in Auftrag zu geben. Der Projektbericht zeigt, dass die gemeinsame Bildungsverantwortung aller Beteiligten den Herausforderungen am ehesten gerecht wird.

Das Projekt hat auch verdeutlicht, dass berufliches Lernen in der Diözese weit mehr ist als fachliche Wissensvermittlung. Auf der Grundlage unseres christlichen Menschenbildes will sozial-karitative Berufsbildung vor allem auch identitäts-, beziehungs und sinnstiftend wirken.

Die Projektergebnisse wurden im Juli 2013 in der Sitzung des Bischöflichen Ordinariats beschlossen und von Bischof Dr. Gebhard Fürst zur Umsetzung freigegeben. Damit wurden drei neue Gremien gegründet:

  • Diözesankonferenz Berufsbildung
  • Vergabeausschuss Modell- und Projektförderung
  • Netzwerk Berufsbildung

Diözesane Leitlinien für die Ausbildung im sozial-karitativen Handlungsfeld

Die beiden Ordinariatsrätinnen Ute Augustyniak-Dürr und Dr. Irme Stetter-Karp haben in Rottenburg am 11.09.2018 die neuen Diözesanen Leitlinien für die Ausbildung im sozial-karitativen Handlungsfeld an Bischof Dr. Gebhard Fürst überreicht.

Der Übergabe voraus ging ein über einjähriger Konsultationsprozess, den die Diözesankonferenz Berufsbildung in Auftrag gegeben hatte. Ziel war, abgestimmte Leitlinien für die schulische, aber auch die praktische Ausbildung zu erhalten, an denen sich Lehrkräfte und Praxisbegleiter, aber auch die Auszubildenden selbst orientieren können.

Im Text sind die theologischen Grundlagen einer Ausbildung in sozial-karitativen Handlungsfeldern ebenso benannt wie konkrete Umsetzungsperspektiven im beruflichen Alltag. Die Leitlinien werden nach der Veröffentlichung allen Auszubildenden und Lehrkräften in den Instituten für soziale Berufe und Fachschulen sowie den Praxisanleiter/innen und Partnern des Netzwerkes Berufsbildung zugehen.

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